Reise nach
Bangkok
Nepal
Bali

24. März bis 17. April 1974

von
Friedhelm Lichtenknecker
Die zweite Reise in den fernen Osten

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Nepal
Bali


1974

24. März 1974 - Ich bin wieder unterwegs nach Bangkok. Die Flüge verliefen genauso wie im letzten Jahr.
Start: Frankfurt am Main (FRA).
* Route über Europa: Flug Richtung Südosten über Österreich und den Balkan (Jugoslawien).
* Naher Osten: Überquerung der Türkei und des Irans.
* Indischer Ozean: Kurs Richtung Südostasien über das Arabische Meer.
* Zwischenstopp: Colombo, Ceylon (heute Sri Lanka).
* Ziel: Weiterflug über den Golf von Bengalen nach Bangkok (Don Mueang Airport).
Bangkok Royal Hotel
2 Ratchadamnoen Ave, Wat Bowon Niwet, Phra Nakhon, Bangkok 10200, Thailand

Am Abend bin ich dann endlich im Hotel, richte mich in meinem Zimmer kurz ein und setze mich dann unten in die Lobby. Draußen, vor der Glastür des Eingangs sehe ich Louis stehen, der wieder auf Gäste wartet. Auch er sieht mich sofort und kommt herein in die Halle. Er freut sich mich zu sehen und natürlich fragt er direkt was ich heute Abend noch vorhabe. - Ok, dann fahren wir ins „Nana Rose“. Dort setzen wir uns an einen kleinen Tisch direkt vor der Bühne und trinken Cola. Der Laden ist gut besucht, viele GIs, ein paar Touristen und natürlich auch viele Einheimische. Es gibt die verschiedensten Darbietungen auf der Bühne und viele tanzende Mädchen zum aussuchen und natürlich nehme ich mir auch eine liebe Begleitung mit zum Hotel, deren Namen ich heute leider nicht mehr weiß, nur an lange, tiefschwarze, durch Kokosöl spiegelglänzende Haare erinnere ich mich noch.


Nepal

26.03.-31.03.1974


Nach einem Tag Aufenthalt in Bangkok geht der Flug am frühen Morgen nach Kathmandu über Kalkutta, wo wir eine Zwischenlandung machen. Wir dürfen die Maschine nicht verlassen, obwohl sie betankt wird. Das Flugzeug ist von bewaffneten Posten umstellt. Dann gehts weiter nach Kathmandu in Nepal. Hier werden wir von einem Reiseleiter empfangen und dann ins Hotel Soalty Oberoi gefahren. Unterwegs sind wir auf zum Teil unbefestigten Straßen. Die Straße, die Landschaft, die Häuser, alles ziegelrot - teils staubig, dann wieder schlammig. Das Oberoi ist ein schweizerisches Luxushotel mitten in Kathmandu, umgeben von einer eher mittelalterlichen, ärmlichen Bebauung. Unser kleiner Tata Bus wird von den Menschen am Straßenrand bestaunt. Beim Aussteigen werden wir dann von Kindern umringt, die die fremden Leute aus der Nähe sehen wollen.

Soaltee Oberoi Kathmandu
Tahachal Marg, Kathmandu 44600, Nepal

In unmittelbarer Nähe des Hotels gibt es Fahrräder zu mieten. Zwei mitreisende und ich nehmen das Angebot an und kurven durch die Straßen und Gassen Kathmandus. Es ist garnicht so einfach, denn es gibt viele Fußgänger, Leute die einen Karren vor sich her schieben, Lastenträger mit unglaublich großen Paketen auf dem Rücken, oder auch mal ein Moped. Die meisten Straßen sind nicht asphaltiert und die rundliche Bauweise sorgt dafür, das wenigstens die Straßenmitte trocken und schlammfrei bleibt. Wir fahren auch möglichst in der Mitte der Straßen, denn gerne wird auch mal nicht ganz so sauberes Wasser, oder andere Abfälle aus den Fenster heraus entsorgt.


Am Abend machen wir zu dritt, das heißt die zwei mitreisende Herren in den 40ern und ich, eine kleine Runde in der Nähe des Hotels. Es ist sehr dunkel. Die wenigen Laterne machen nicht wirklich Licht. Einige kleine, ziemlich düstere Lokale sind voll von Menschen. In der Luft liegt der Duft von Opium und Marihuana. Es gibt Shops, die Hashisch auf Plakaten anbieten. Wir trafen auch Leute, die mit einem Linienbus aus München angereist waren, damals noch möglich über den Hippie-Trail, der Europa mit Afghanistan, Indien und Nepal verband.
BODNATH STUPA
Im Jahr 1974 ruhte der Boudhanath Stupa wie ein stilles Herz inmitten der wogenden Reisterrassen des Kathmandutals – ein gewaltiges, weißes Auge der Zeit, das den Himmel Nepals mit der Ewigkeit verband. Um ihn kreisten nicht nur Gebetsfahnen im Wind, sondern auch die leisen Schritte von Pilgern, Mönchen und jenen westlichen Reisenden, die sich auf dem „Hippie Trail“ verloren hatten – auf der Suche nach etwas, das weder benannt noch besessen werden konnte.

Damals war der Stupa ein Ort der Einkehr, nicht des Konsums. Die Luft war durchzogen vom Duft brennender Butterlampen, vom leisen Murmeln der Mantras, vom Kichern barfüßiger Kinder zwischen einfachen Lehmhäusern. Die Umgebung war von der Zeit unberührt, von Dörfern gesäumt, deren Dächer in der Sonne glühten wie alte Bronze. Und ringsum, jenseits der staubigen Pfade, reckten sich Reispflanzen zum Licht – schweigende Zeugen einer Landschaft, die sich noch nicht dem Lärm der Moderne ergeben hatte.

Doch der Wandel hatte längst begonnen. Nach dem gewaltsamen Sturm auf ihre Heimat fanden tibetische Flüchtlinge Zuflucht am Fuße des Stupa. Sie bauten ihre Leben neu aus Lehm und Erinnerung, brachten Klöster hervor, Mandalas und das tiefe Summen der Gebetsmühlen. So wurde Boudhanath langsam zu einem Zentrum tibetischer Kultur, nicht nur ein heiliger Ort, sondern ein pulsierendes Gewebe aus Spiritualität, Geschichte und Hoffnung.

Die Hippies, mit staubigen Rucksäcken und offenen Herzen, lagerten unter den Gebetsfahnen, rauchten, sangen, schwiegen. Manche blieben für Stunden, manche für Monate. Für viele war Boudhanath nicht nur ein Ziel, sondern ein Schwellenort – zwischen Ost und West, Lärm und Stille, Suche und Ankommen.

Heute mag der Stupa inmitten von Cafés, Hostels und Souvenirläden stehen, von Smartphones umzingelt und von Stimmen in allen Sprachen umflutet. Doch wer die Augen schließt, kann ihn noch spüren – jenen Moment der stillen Andacht im Jahr 1974, als die Welt hier für einen Atemzug innehielt.

DAMALS - und HEUTE
Das erste Bild zeigt Bodnath mit seiner Stupa in den 70er Jahren - das zweite Foto zeit die Veränderungen, heute 2025.
HINDU TEMPEL PASHUPATINATH
Die Luft um Pashupatinath ist dicht von Weihrauch, Opium und dem leisen Murmeln von Gebeten, die wie unsichtbare Fäden durch die Pagoden und Schreine ziehen. Am Ufer des heiligen Bagmati-Flusses glitzern die Flammen der Scheiterhaufen im Sonnenlicht, während Priester in saffranfarbenen Gewändern rituelle Gesänge anstimmen, deren Vibrationen tief in die Seelen der Anwesenden dringen.

Kinder spielen am Rand des Wassers, unfähig, die spirituelle Schwere des Ortes zu begreifen, während alte Pilger, gebeugt von Jahren und frommer Hingabe, mit festem Blick in die Flammen starren, als wollten sie das Geheimnis von Leben und Tod aus den Flammen lesen. Die Hitze des Feuers vermischt sich mit der Schwüle des nepalesischen Sommers, und doch scheint die Zeit hier langsamer zu fließen, getragen von einem Rhythmus, der älter ist als Worte oder Aufzeichnungen.

Jeder Tempel, jeder Schrein, jede Skulptur ist ein stiller Zeuge des ewigen Zyklus von Geburt, Tod und Wiedergeburt. Shiva, der Herr der Zerstörung, thront über allem – nicht nur als Gott der Zerstörung, sondern auch als Symbol der Transformation, der Vergänglichkeit und der unaufhörlichen Erneuerung. Pilger nähern sich ihm mit ehrfürchtiger Demut, legen Opfergaben nieder und flüstern ihre Gebete in der Hoffnung, dass der Gott sie in seinen endlosen Kreislauf von Sein und Vergehen einbindet.

Auf den steinernen Stufen des Flussufers pulsiert das Leben in all seiner Rohheit und Heiligkeit zugleich. Menschen tauchen ihre Hände und Gesichter ins kühle Wasser, schrubben ihre Körper und die Wäsche, ziehen Eimer nach Eimer empor, während das stetige Plätschern des Bagmati wie ein uraltes, unaufhörliches Lied klingt. Heilige Kühe wandern gemächlich zwischen den Menschen hindurch, unbeirrt von hastigen Schritten und murmeln fast, als gehörten sie selbst zu diesem lebendigen Sakrament.

Und doch, so nah das Alltägliche, so unmittelbar das Leben, brennen in unmittelbarer Nähe die Scheiterhaufen der Toten, deren Flammen ein leises, aber unüberhörbares Versprechen von Vergänglichkeit und Transformation flüstern. Rauchschwaden winden sich in den Himmel, mischen sich mit dem Duft von Weihrauch, Wasser und Erde, und verleihen dem Ufer einen Atem, der zugleich irdisch und transzendent ist.

Ich stehe als stiller Beobachter auf den Terrassen auf der anderen Seite des Bagmati, im Osten, getrennt vom heiligen Treiben. Nur aus der Ferne darf ich zusehen, nur als Augenzeuge, nicht als Teilnehmer. Jede Bewegung, jede Handlung, jede zeremonielle Geste ist mir sichtbar, aber ungreifbar – wie ein Bild in einem heiligen Buch, das man ehrfürchtig betrachtet, aber nicht berühren darf. Und so fließt das Leben, der Tod und die Hingabe vor meinen Augen, während ich auf der anderen Seite des Flusses stehe, gebannt von der Intensität dieses heiligen Mikrokosmos, den ich nur aus der Distanz erfassen darf.

Selbst für den flüchtigen Besucher wirkt Pashupatinath wie eine Stadt zwischen den Welten: lebendig und doch von einer anderen, fast zeitlosen Dimension durchdrungen. Jede Ecke, jeder Stein scheint von Geschichten zu flüstern, von den unzähligen Seelen, die hier gekommen sind, um zu trauern, zu beten, zu danken oder sich auf die letzte Reise vorzubereiten. Und in diesem vielstimmigen Chor aus Leben, Tod und Hingabe hallt eine seltsame, unerschütterliche Ruhe – die Ruhe des Universums selbst.

DAKSHINKALI TEMPEL
Schon früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Dakshinkali-Tempel (27°36'20.3"N 85°15'49.2"E), rund 22 Kilometer südlich von Kathmandu. Die Straße windet sich aus dem Häusermeer hinaus, vorbei an kleinen Dörfern und terrassierten Hängen, bis sie schließlich in eine enge, bewaldete Schlucht führt. Dort, am Zusammenfluss zweier heiliger Bäche, liegt der Tempel – abgeschieden und doch voller Leben.

Der Tempel ist der Göttin Kali geweiht, der furchterregenden Erscheinungsform von Parvati. Kali gilt als mächtige, dunkle Muttergöttin, als Zerstörerin und zugleich als Beschützerin. Ihre Verehrung ist intensiv, unmittelbar – und hier sichtbar verbunden mit alten Ritualen.

Schon beim Näherkommen hören wir das Murmeln der Gebete, das Rufen der Händler, das Blöken der Tiere. Viele Menschen sind gekommen: Familien mit Kindern, alte Frauen mit Opfergaben in Körben, Männer, die Ziegenböcke an Stricken führen. Die rituellen Tieropfer – meist unkastrierte Ziegenböcke oder Hähne – sind ein zentraler Bestandteil der Verehrung.

In einem gepflasterten Bereich nahe dem Heiligtum finden die Opferungen statt. Priester vollziehen die Rituale mit geübten Handgriffen. Das Blut der Tiere wird häufig über das Bildnis der Göttin gegossen – als Zeichen der Hingabe, als Gabe an die göttliche Kraft. In der warmen Luft mischen sich der metallische Geruch von Blut und der beißende Rauch von Räucherwerk und Feuerstellen. Es ist ein intensiver, beinahe überwältigender Eindruck.

Unten im Bachbett herrscht ebenfalls geschäftiges Treiben. Gläubige waschen sich im Wasser, reinigen rituelle Gegenstände oder spülen die ausgenommenen Tiere – ein fester Bestandteil der Zeremonien. Das Wasser fließt ruhig weiter, als trüge es all das Geschehen selbstverständlich mit sich fort. Zwischen Steinen und flachen Ufern vermischen sich Spiritualität und Alltag, Andacht und handfeste Realität.

Der Besuch am Dakshinkali-Tempel ist kein stilles, museales Erlebnis. Er ist unmittelbar, roh und lebendig – ein Ort, an dem Glauben nicht nur gedacht, sondern sichtbar und sinnlich vollzogen wird.

DURBAR SQUARE
Ganz in der Nähe liegt der Kumari Ghar Tempel der lebenden Göttin Kumari Devi.

Die bekannteste Kumari lebt in einem Tempel-Palast am Durbar-Platz in Kathmandu, der Hauptstadt des Landes. Im Kleinkindalter zwischen zwei und vier Jahren wird sie anhand von 32 körperlichen Merkmalen und ihrem Geburtshoroskop aus einer angesehenen Familie der buddhistischen Newar-Ethnie ausgewählt und als „lebende Göttin“ verehrt. Bei öffentlichen Auftritten sitzt sie in ein rotes Gewand gekleidet ohne sichtbare Regungen relativ stumm und bewegungslos auf ihrem Thron und empfängt Pilger, um sie zu segnen. Ihre Füße, die verehrt werden, dürfen dann den Boden nicht betreten oder berühren, da dieser als unrein gilt. Sie unterliegt einem partiellen Redeverbot, da sie nur mit ihrer Familie kommunizieren darf und ist weitgehend an das Haus gebunden; zu Besuchen religiöser Feste wird sie in einer goldenen Sänfte von mehreren männlichen Trägern transportiert.

Einen kurzen Blick können wir auf sie werfen, hinter den drei kleinen, reich mit Schnitzereien versehenen Holzfenstern mit den roten Vorhängen, in der ersten Etage, schaut sie neugierig auf uns hinunter.
Der Durbar-Platz ist von mehr als 50 Pagoden, Tempeln und Palästen, die meist aus Holz sind und die Kunstfertigkeiten der Newar zeigen umgeben.
Vor dem alten königlichen Palast des Kathmanduischen Königreichs liegt der Jagannath Temple.


NACH NORDEN

Mit einem kleinen, etwas klapprig wirkenden Bus von Tata Motors verlassen wir am Morgen Kathmandu in Richtung Norden. Wir sind eine überschaubare Gruppe, vielleicht acht Personen. Zwei Männer um die Vierzig reisen gemeinsam; sie erzählen, dass sie nach unserer Nepalreise weiter nach Bali fliegen wollen. Na, das werde ich ja auch, also kennt man sich schon.

Alles erscheint mir rotbraun, die Erde ist rotbraun, fast kupfern, und dieselbe Farbe tragen die Häuser und Hütten in der Stadt und am Straßenrand – selbst die Straße scheint aus diesem Ton gemacht. Asphalt ist selten; meist holpert der Bus über staubige, ausgewaschene Pisten. Wir durchqueren kleine Dörfer, in denen Kinder stehen bleiben und unserem Gefährt nachsehen. Die Straße windet sich höher und höher, zwängt sich durch enge Schluchten.

In der Ferne ahnen wir die gewaltigen Achttausender des Himalaya – eine gezackte Silhouette hinter einer dichten Wolkenwand. Man spürt ihre Nähe, auch wenn sie sich noch nicht zeigen. Vereinzelte Hütten kleben an den Hängen, als hätten sie sich dort festgekrallt.
Wir stoppen hier unsere Fahrt. Wieder sind wir sofort umringt von Kindern und auch Erwachsenen, die hier noch nicht all zu oft auf Touristen treffen.
Die Freude ist groß über mitgebrachte Kleinigkeiten, wie Bonbons oder Kugelschreiber.
Unser Fahrer hat zu Essen mitgebracht, Zeit für ein Picknick in der freien Natur.
Bald fahren wir durch ein tief eingeschnittenes Tal mit steilen Flanken und einem reißenden Fluss. Es ist das Tal des Sun Kosi, der in Tibet Matsang Tsangpo genannt wird. Das Wasser tost zwischen Felsen hindurch, weiß schäumend und ungestüm. Mehrfach überqueren wir schmale Hängebrücken – wackelige Konstruktionen aus Seilen und Brettern, die sich über die Strömung spannen. Jeder Schritt darauf scheint ein kleines Abenteuer.

Wir folgen dem alten Araniko Highway, jener legendären Verbindung nach Norden. 1964 wurde diese Straße mit Unterstützung der Volksrepublik China erbaut. Zuvor führte hier lediglich ein schmaler Pfad entlang, den Yak-Lastenkarawanen nutzten – eine Handelsroute, die Jahrhunderte alt war. Nun rumpeln wir über eine unbefestigte Trasse, die sich weiterhin eng an den Fluss und die Felswände schmiegt.

Die Ortschaft Kodari ist die letzte Siedlung am Highway. Dahinter wird das Tal noch enger, die Straße noch rauer. Schließlich ist für uns Schluss. Etwa hundert Meter vor uns liegt der Grenzübergang nach China, nach Tibet (27°58’24”N 85°57’50”E).

Wir sehen die 1964 eröffnete Freundschaftsbrücke bei Kodari, den einzigen offiziellen Grenzübergang zwischen Nepal und Tibet. Chinesische Soldaten in grünen Uniformen stehen Wache auf der Brücke. Rote Tafeln mit chinesischen Schriftzeichen markieren das Sperrgebiet. In den frühen siebziger Jahren gab es für Ausländer keine Möglichkeit, hier einzureisen. Die Grenze wirkt nicht nur geografisch, sondern politisch und ideologisch.
Am Rand der staubigen Straße haben zwei oder drei Händler kleine Tische aufgebaut. Zwischen einfachen Waren liegen stapelweise kleine rote Bücher: Ausgaben der sogenannten Mao-Bibel, Zitate des Vorsitzenden. Natürlich kann ich nicht widerstehen. Ich kaufe ein Exemplar – in chinesischer Sprache.

So stehen wir dort, zwischen rotem Staub, donnerndem Fluss und militärischer Präsenz, am Rand einer unsichtbaren Linie, hinter der eine andere Welt beginnt.


Bali

01.04.-15.04.1974

Von Bangkok aus ging der Flug nach Bali gleich am Morgen nach meiner Rückkehr aus Nepal los. Irgendwie ging es mir nicht so gut, irgentwas mit dem Magen. Die zwei mitreisenden Männer aus Nepal fliegen auch mit nach Bali, auch denen geht es heute Morgen nicht so gut. Also nur ein kleines bisschen zum Frühstück und dann ab zum Airport. Es gab keine Direktflüge nach Bali. Die Thai International flog also erst nach Singapur, dann nach ca. einer Stunde Aufenthalt weiter nach Jakarta, wieder Auenthalt und dann endlich nach Bali. Auf allen drei Flügen gab es eine volle Mahlzeit mit allem drum und dran. Auf den insgesamt 6 Flugstunden ist also keiner verhungert.

Einige Hippies hatten die Insel für sich entdeckt und es kamen auch Surfer, die sich in den großen Wellen von Uluwatu und Canggu vergnügten. Das erste große Hotel, das Bali Beach Intercontinental wurde am nördlichen Ende von Sanur gebaut, es gab 10 Etagen und blieb zum Glück auch das einzige Hochhaus der Insel. Einige kleine Bungalows boten ihren Gästen Unterkunft.

Für eine Woche hatte ich einen kleinen Bungalow an der JI. Hang Tua, damals eine sandige, schmale Straße, die direkt zum Strand verlief. Eine kleine Hütte in einem großen, blumenreichen Garten, kein Pool wie es heute üblich ist. Heute kreuzt dort der JI. Bypass Ngurah Rai die Straße, die Ruhe ist nicht mehr da. Die erste Woche war so überwältigend, das ich vor Ort meinen Aufenthalt um eine Woche verlängert habe.
Da dies in der kleinen Anlage nicht möglich war, zog ich um ins Bali Beach Intercontinental Hotel. Die zwei Herren, die auch in Nepal waren, sind auch für eine Woche nach Bali geflogen und wohnten in einer Anlage neben dem Intercontinental. So wie in Kathmandu machten wir auch hier gemeinsame Ausflüge.

Bali Beach Intercontinental
Jl. Inna Grand Bali Beach, Sanur Kaja, Denpasar Selatan, Kota Denpasar, Bali 8022

Die Umgebung des Bali Beach Hotels
im Jahre 1965

Hier im Intercontinental gab es auch einen Pool mit Poolbar und ein paar Liegen am Strand. Viele Gäste gab es nicht, es waren sehr ruhige Tage. Zum Essen ging ich meistens in Nachbarhotel, eine Bungalowanlage mit einem runden, offenen Restaurant aus Bambus.

1963 begann unter dem indonesischen Präsidenten Sukarno in Sanur der Bau des damaligen Bali Beach InterContinental Hotels, finanziert mit Geldern aus den japanischen Kriegsreparationszahlungen. Das 1966 eröffnete Hotel war das erste Fünf-Sterne-Luxusresort auf Bali und zugleich das erste, das nach internationalen Standards gebaut und international geführt wurde. Es war zehn Stockwerke hoch, verfügte über 566 Zimmer und markierte den Beginn des Massentourismus auf Bali – mit gemischten Gefühlen bei lokalen Führungskräften und Gemeinden. Schließlich veranlasste dies den Gouverneur von Bali 1971, ein neues Gesetz zu erlassen, das alle zukünftigen Hotelbauten mit einer Höhe von über 15 Metern verbot, was in etwa der Höhe einer ausgewachsenen Kokospalme entspricht. Dieses Gesetz ist auch 2024 noch in Kraft, und das Hotel ist bis heute das höchste Hotel auf Bali. Das Hotelgelände umfasst 42 Hektar, auf denen auch ein Golfplatz angelegt werden konnte.

Am 20. Januar 1993 fing das Grand Bali Beach Hotel um 12.45 Uhr Feuer, beginnend im Qantas Airline-Büro in der Hotellobby.
Das Feuer breitete sich um 13 Uhr auf das gesamte 10-stöckige Hotel aus und brannte drei Tage lang.

Glücklicherweise gab es keine Opfer bei dem Feuer.

Nach dem Brand wurden Hotels, insbesondere 10-stöckige Gebäude, für die Öffentlichkeit geschlossen. Fast alle Hotelzimmer sind beschädigt, mit Ausnahme von Zimmer 327, von dem gesagt wird, dass es mystische Kräfte hat.



Zwei weitere kleine Bungalow Hotels lagen direkt neben dem Bali Beach. Da gab es auch ein gutes Restaurant, in dem ich Abends zum Essen war. Ansonsten war Sanur Beach einfach ein palmengesäumter, fast sechs Kilometer langer Sandstrand bis in den Süden, wo im Jahr 1973 das Bali Hyatt seine luxuriösen Pforten öffnete. Noch etwas weiter südlich die fast fertige Baustelle des Prama Sanur Beach Hotels, in dem wir nun im Jahre 2025 bereits zum 4. Mal übernachteten.

Ich fuhr mit Einheimischen im Jukung, einem Auslegerboot mit dreieckigem Segel parallel zum Sanurstrand nach Pulau Serangan, der Schildkröteninsel. Hier auf der Insel legen Meeresschildkröten ihre Eier ab.

Als Beifahrer auf dem Moped ging es über sandige Wege und Straßen nach Tanah Lot. Von einer Anhöhe mit steilem Abgrund hinunter ins Meer hatte ich einen großartigen Blick auf den Wassertempel. 50 Jahre später sollte ich an gleicher Stelle auf der Terrasse eines Restaurants sitzen, umgeben von vielen Souveniershops und hinunterschauen wie die Sonne hinter dem mystischen Tempel im Meer versinkt.
Wir gingen unter hohen Palmen über den unberührten, langen Sandstrand von Kuta, damals ein unbedeutendes Fischerdorf.
Ich stieg die Treppen hinauf zum heiligen Muttertempel Besakih am Hang des Vulkans Gunung Agung. Mehr als 200 Gebäude und mehrstufige Tempeltürme sind über viele Stufen zu erreichen. Alle Dorfgemeinschaften verfügen innerhalb des weitläufigen Geländes über eigene Tempelbereiche oder Schreine, die jeweils von einer Mauer umgeben sind. Heiligster der drei großen Tempelbezirke ist der Pura Panataran Agung Besakih im Zentrum, in dem die Hindu-Göttertrinität Brahma-Shiva-Vishnu verehrt wird.

Ich besuchte die Affen am Tempel Uluwatu, der hoch über dem Meer, auf steilem Felsen an der steilen Küste steht.



An der schwarzsandigen Ostküste staunte ich über die tausenden von Fledermäusen im Goa Lawah Tempel. Nur die Brahmanen dürfen die heilige Höhle im Tempel betreten.
Die längste Fahrt, über drei Stunden, ging nach Singaraja an der Nordküste. Eine lange Fahrt mit dem Moped über staubige Sandpisten, durch kleine Dörfer und durch den Dschungel.

Auf halbem Wege machten wir einen Stop am Ulun Danu Bratan Tempel, der unberührt und einsam am Westufer des Bratansees liegt. Alleine durchstreifte ich mit meinem Fahrer den Tempel, der zum Teil im Wasser liegt, niemand sonst war hier.
Reisfelder
Pura Taman Ayun (Mengwi)

Danach ging unsere Fahrt weiter in den Norden über eine Serpentinenreiche Strecke durch den Dschungel.

Am Fuße des Mount Batur Vulkans liegt der Danau Batur See. Am südlichen Ufer gibt es ein paar Fischer Hütten und wir können hier einen Einbaum leihen, mit dem mein Mopedfahrer und ich über den See an das nordöstliche Ufer paddeln. Ca. 30 Minuten sind wir unterwegs. An einem kleinen Holzsteg machen wir unser Boot fest. Bewohner von Trunyan stehen am Ufer. Einer von ihnen bringt uns durch den Dschungel zum Friedhof Kuburan Trunyan.
Trunyan zeichnet sich durch seinen besonderen Umgang mit Leichen aus, bei dem diese offen auf den Boden gelegt, einfach mit Stoff und Bambusdächern bedeckt und der Verwesung überlassen werden. Der Einfluss eines nahegelegenen Baumes soll den fauligen Geruch der Leichen beseitigen.

Es sieht aus wie kleine Zelte aus Bambusrohren, darunter liegen die Toten, man kann sie sehen, es ist kein schöner Anblick. Vielleicht 10-15 dieser offenen Gräber sind hier unter den hohen Bäumen und den dichten Pflanzen des Dschungels verteilt. Vor einigen Gräbern stehen Opfergaben, Blumen, Früchte, Reis. Auf einer flachen Mauer sind Schädel aufgereiht. Es ist mystisch hier, aber auch unheimlich.
Das Dorf Trunyan ist eines der wenigen noch existierenden Bali Aga Dörfer. Die Bali Aga betrachten sich selbst als die Ureinwohner Balis, die am ursprünglichen Leben, also vor der Hindu-javanesischen Einwanderungswelle, festhalten. Heutzutage leben noch rund 3000 Bali Aga in isolierten Dörfern, hauptsächlich in der Region Karangasem im Osten der Insel. Das Dorf Trunyan hat ungefähr 600 Einwohner und liegt am Ostufer des Batur Sees in Zentralbali, am aktiven Vulkan Gungung Batur.

Wir gehen noch ins Dorf, wo man uns un eine Spende für die Allgemeinheit bittet, der wir gerne nachkommen.
An der Ostküste noch ein Stop am Palast von Klungkung Palast von Klungkung mit dem Pavillon Kerta Gosa, die Halle der Gerechtigkeit, in der nordöstlichen Ecke der Palastanlage.

Verbrennungs Zeremonie

Bali hat mich vom ersten Tag an fasziniert, die Ruhe, die unberührten Strände, die freundlichen Menschen, die Tempel und die Natur, hier sind die Götter allgegenwärtig.
Da nach meiner Verlängerungswoche auf Bali das Royal Hotel in Bangkok kein Zimmer mehr frei hatte,
wurde ich noch ein paar Tage ins Indra Hotel umgebucht.

Indra Hotel
120 126 Ratchaprarop Rd, Thanon Phaya Thai, Ratchathewi, Bangkok 10400

Nette Mitarbeiterin im Restaurant in der obersten Etage des Hotels (Kanungnit Thanavatanaseve).
Gemeinsam mit Erika war ich nun noch fünf mal auf Bali. 2012 (kommend von Java mit der Fähre), 2016 (kommend von Hongkong) und 2020 (kommend von Singapur), 2024 wieder über Singapur und 2025 mit einem Zwischenstop für 4 Tage in Kuala Lumpur.

2012 lernten wir Made Merta kennen. Er war Driver bei BotarisTours, bei denen wir diverse Ausflüge gebucht hatten. Bis heute sind Made mit seiner Familie für uns gute Freunde, mit denen wir uns sehr verbunden fühlen.

Im Februar 2025 komme ich zum 6. Mal nach Bali und zum 5. Mal ist Erika bei mir, die diese Insel genauso wie ich in ihr Herz geschlossen hat.
Wir lernen Ady, der ganz gut deutsch spricht und seine Familie kennen und machen ein paar Ausflüge mit ihm.
Diesmal kommen wir aus Kuala Lumpur, wo uns Asmitha Sham ihre Stadt gezeigt hat..

Viele dieser Fotos haben eine schlechtere Qualität. Es sind Kopien von Dias und aus meinem Super 8 Film.
Die Original Filme sind in der Rubik:
"My Video"
zu sehen.