Die Kanäle (italienisch canali, Singular canale) und die kleineren Rii (Singular rio) bilden die eigentlichen Straßen und Gassen dieser Lagunenstadt, als Oberbegriff die Wasserwege in Venedig. Sie erschließen auch einige Hafenbecken und dienen natürlich der Entwässerung des Stadtgebiets. Die beiden bekanntesten Kanäle sind der Canal Grande im Zentrum und der Canale della Giudecca (hin zur gleichnamigen Insel, durch das Viertel Dorsoduro) am Südende der Stadt. Sie treffen im Bacino di San Marco vor dem Markusplatz zusammen und beruhen wahrscheinlich auf alten Flussbetten. Mehr als 40 kleinere Kanäle münden aus den Stadtsechsteln (Sestieri, andernorts sind das die Stadtviertel) in den Canal Grande ein (seine regionale Bezeichnung lautet Canałazzo). Die Straßen und Gassen haben in Venedig nur Zubringerfunktion zwischen den einzelnen Häusern und innerhalb der Viertel. Die Haupterschließung der Einwohner von und hin zum Festland oder hinaus aufs Meer erfolgte traditionell per Boot über die verschiedenen Wasserwege. Eine Besonderheit Venedigs sind zugeschüttete Wasserstraßen, die heute Straßen oder Fußwege bilden. Die angeblich 175 Kanäle innerhalb der Altstadt waren ursprünglich auf 1,85 m Tiefgang ausgelegt. Dabei ist der durchschnittliche Tidenhub von etwa 60 cm zu berücksichtigen gewesen, so dass ständig bis in die Nebenkanäle effektiv 120 cm Fahrtiefe anstanden. Diese Rii und Canali haben eine Gesamtlänge von etwa 38 km.