CHINA - Rundreise
06. bis 26. September 2010


von Erika C. Münch

Beijing - Verbotene Stadt

1.Tag - Mittwoch, 08.09.2010


Nach einer für mich unruhigen Nacht, bin öfters wach geworden, wurden wir um 7.00 Uhr geweckt und haben uns dann auch gleich am Frühstücks Büffet des Hotels durchgeschlagen. Es gab nur wenig westliches. Toast, Spiegelei, Butter und Marmelade. Der Kaffee war ganz gut. Jetzt aber los zu unserem ersten Ausflug in Beijing, der verbotenen Stadt, dem Palast des Kaisers. Stefan, unser Guide entscheidet sich für den Nordeingang, wo sich die Frauengemächer befinden.

Von dort geht es zum Thronsaal. Einem Mitreisenden hat man im Gedränge die Geldbörse geklaut, was natürlich ein großes Fiasko ist, denn es ist mit viel Ärger, Telefonaten  und Stress für die Gruppe verbunden. Es gibt kein anderes Thema. Die Verbotene Stadt stellt ein Meisterwerk der chinesischen Architektur dar. Ihre Anlage entsprach der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher: ein annähernd rechtwinkliger Grundriss – ausgerichtet entsprechend dem Prinzip von Yin-Yan an der Nord-Süd Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich unter anderem die Paläste der Herrscher. Die Dächer der meisten Hauptgebäude waren teilvergoldet und mit in Gelb, der Symbolfarbe des chinesischen Kaisers, glasierten Ziegeln gedeckt. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen. Die Anlage hat 9999 und einen halben Saal, weil nur der Himmel 10.000 Räume haben darf. Wir sind sehr beeindruckt von der Architektur. Alles ist aus Holz und vor jedem Saal stehen große Bronzebehälter mit Löschwasser. Aus der Vergangenheit weiß man, das die Verbotene Stadt öfters abgebrand ist. Wenn man am Südeingang steht und weiter gegen Süden blickt erkennt man in der Ferne noch einige Große Tore. So mußte man damals von Tor zu Tor und fühlte sich dem Kaiser sehr nahe, bekam ihn aber nicht zu sehen, seine Macht war zwar spürbar, aber er selbst blieb im Verborgenen. Nur wenige bekamen eine Audienz.  Über dem Haupttor der verbotenen Stadt hängt immer noch ein Porträt von Mao. Ganz in der Nähe gibt es eine Fußgängerunterführung durch die wir hinüber zum Tienanmen Platz gelangen. Eine nicht sehr gründliche Taschenkontrolle gibt es auch im Tunnel. Riesengroß der Platz, viele Menschen, viele Selfies. An der Nordseite steht das Tian’an Men, das Tor des Himmlischen Friedens, hinter dem sich die Verbotene Stadt anschließt. Der Platz wird im Westen von der Großen Halle des Volkes und im Osten vom Chinesischen Nationalmuseum begrenzt. Nach dem Tode Mao Zedongs im Jahr 1976 wurde auf dem südlichen Teil des Platzes ein gewaltiges Mausoleum errichtet, in dem seither der konservierte Leichnam Maos ausgestellt ist.

Mittagessen: Runder Tisch für 10 Personen, Glasdrehscheibe, auf die kommen folgende Speisen: eine Schale Reis, eine Platte mit Chinakohl und eine mit Mangold, nur überbrüht, ohne irgendwelche Gewürze. Eine Platte mit Gemüse, scharf, ein Hauch von Hähnchenfleich, manchmal mit Knochen, eine Platte mit Rindfleisch und Gemüse, (die gab es aber selten), Fisch im Teigmantel mit einer roten süßen Soße. Eine Terrine Suppe (Wasser mit was drin – Kochmelone, Seetang, Abfälle von der Ente oder Nudeln). Zum Abschluß gab es dann Wassermelonenstücke und das über die ganze Rundreise, aber das wissen wir jetzt noch nicht. Die Restaurants sind immer sehr groß, voll und nicht besonders einladend. Sie erinnern noch immer an das kommunistische China, als man viele Genossen zur gleichen Zeit verköstigen mußte. Auch das werden wir auf unserer Reise noch sehr oft sehen und erleben.
Nun mal wieder etwas schönes. Nach dem Mittagstisch gehts zur Fußmassage, bzw. Fußreflexzonenmassage. Mit 48 Personen, deren Füße heute schon einiges erlebt haben.

Jeder seine Füße in einem Bottich, kurze Erklärung von einer Dame im mittleren Alter, das gleich einige Ärzte zu uns kommen werden, die uns sagen was uns fehlt, oder auch nicht. Die Tür geht auf, eine Schar von Jungen und Mädchen mit Hockern und Salbe strömt herein. Jeder bekommt einen von uns Langnasen zugeteilt und schon geht es los mit der Fußkneterei. Ich könnte dabei so einschlafen. Was der sogenannte Arzt sagt, entweder glaubt man oder nicht. Wir gehören zu den Ungläubigen, aber einige lassen sich ein Rezept mit dem Mittel gegen was weiß ich verschreiben. Ich hätte drei gebraucht und hätte 360 Euro bezahlen müssen, für etwas was ich nicht weiß was es ist. Von einigen Reisenden habe ich gehört, daß sie die Mittel nach kurzer Zeit wieder abgesetzt haben. Gegen Erkältung half das dann wohl nicht. Trotzdem war dieser Tagesordnungspunkt lustig und unseren gequälten Füßen hat es doch ganz gut getan.

Frisch gestärkt, denn es gab auch noch Chrisanthementee, sehen wir uns nun den Himmelstempel an. Die Anlage liegt im ehemaligen Bezirk Chongwen im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks. Die gesamte Anlage ist von einer kilometerlangen doppelten Mauer umgeben. Im nördlichen Teil der Anlage haben die Mauern einen runden Grundriss, während der südliche Grundriss viereckig ist. Von oben betrachtet sieht der Mauergrundriss also wie eine langgezogene Kuppel aus. Diese Form rührt aus der Vorstellung, dass der Himmel rund und die Erde eckig sei. Durch die doppelte Mauer um die gesamte Anlage, in einem Abstand von etlichen Metern, entsteht ein innerer und ein äußerer Bereich des Tempels. Die wichtigsten Gebäude der Anlage befinden sich im inneren Bereich. Auch der innere Bereich ist von einer Mauer unterteilt und bildet so einen nördlichen und einen südlichen Teil des Tempels. Im nördlichen Teil befindet sich das wichtigste Gebäude des Tempelbezirks, die „Halle der Ernteopfer“. Der 36 Meter breite und 38 Meter hohe Rundbau hat einen kreisförmigen Grundriss und steht auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Die Halle wurde 1420 von Kaiser  Yongle errichtet, brannte 1889 ab und wurde 1890 neu errichtet und ist ein Wahrzeichen Pekings. Dieser nördliche Bereich diente hauptsächlich als Altar im Frühjahr, um für die Ernte zu beten. Das Abendessen gibt es in einem Kellergewölbe, ganz nett hier, sehen wie eine Ente zerlegt wird, wir bekommen keine. Schade! Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserem Hotel (einige Teilnehmer schauen sich eine Karatevorstellung an) laufen wir beide zum nahegelegenden Olympiagelände.

Gigantisch ist untertrieben, denn was man in den Medien zu sehen bekommt, ist nur ein Bruchteil von dem, wovor wir jetzt hier stehen. Ein riesengroßer Platz erstreckt sich zwischen dem Olympiastadion von 2008, wegen seiner ungewöhnlichen Architektur auch Vogelnest genannt und der schräg gegenüber, in blauem Licht schimmernden, olympischen Schwimmhalle. Das Stadion leuchtet in Gelb und Rot. Viele Chinesen und ein paar Touris verweilen hier. Es wird gespielt, getanzt oder sich unterhalten. Obwohl es schon sehr spät ist, ist dieser Platz gut besucht. Auch wir fühlen uns hier richtig wohl, bei diesen Temperaturen hier draussen zu sein.


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