CHINA - Rundreise

06. bis 26. September 2010


von Erika C. Münch

Beijing - Große Mauer

2. Tag - Donnerstag, 9.09.2010

Heute sind wir schon um 6.00 Uhr aufgestanden. Nach dem Frühstück, etwas ruhiger als gestern, geht die Fahrt zur großen Mauer los. Zuerst geht es aber noch zu einer Süßwasserperlenzuchtanlage, natürlich mit einem Verkaufsraum. Rein, durch, raus und weiter. Etwas Zeit um zu im Bus zu schlafen. Als ich wach werde, sehe ich im Dunst die Berge, solange sind wir doch gar nicht gefahren, komisch. Es gibt allerdings nur immer Bruchstücke von Mauerteilen zu sehen. Wir sind im Stadtbezirk Huairou 70km nordöstlich von Beijing. Mutianyu ist ein großer, gut renovierter Abschnitt der großen Mauer.

Unser Bus fährt auf einen Parkplatz, wir bekommen noch einige Anweisungen wann wir uns wieder treffen und das wir langsam die Mauer besteigen sollen und schon geht es los, mal rauf, dann wieder Stufen runter, bis dann endlich der Aufstieg beginnt. 4 bis 5 Meter breit ist die Mauerkrone mit den unzähligen Stufen. Manche Chinesen finden es einfach lustig so viele Langnasen zu sehen, die sich die Mauer hinauf quälen, (so wie ich) sie machen es vor, wie man auch noch im betagten Alter Stufe für Stufe (wenn es mal gleichmäßige Stufen wären), hinauf und hinab fast schwerelos meistern kann. Ich glaube, die bekommen Geld dafür und laufen jeden Tag öfters diese Strecke und können es deshalb auch so gut. Ich habe Angst diese durch gelatschte Treppe auch wieder runter zu müssen und begebe mich langsam an den Abstieg, was die Chinesen wieder belustigt. Die Stufen sind sehr steil und der Unterschied beträgt mal 15 und mal 40 cm. Wir haben ja noch einige Tage vor uns. Mein Schatz hat es aber geschafft und ist noch bis zum zweiten Wachturm hinauf gegangen und hat tolle Fotos mitgebracht. Ich trinke in der Zwischenzeit ein Bier mit einigen Leuten aus unserer Gruppe und lasse mich mit Chinesen fotografieren. Einige sehen zum ersten Mal in ihrem Leben echte Langnasen und finden uns zum weglachen. Nachdem alle Mitreisenden von der Mauertour zurück sind geht es weiter zum Mittagessen in einem sogenannten Freundschaftsladen, den man noch etwas zu einem Restaurant ausgebaut hat, hätte man auch bleiben lassen können. Das Essen ist wie immer. Die Mahlzeiten sind jetzt schon störend, eigentlich hat keiner Hunger, das liegt wohl am Reis, der stopft. Dafür kaufen wir unser erstes Souvenier, Essstäbchen aus Holz.

Der nächste Stopp ist bei den Ming-Gräbern. Wieder einige Treppen hinauf, zwar nicht so viele, aber die Beine tuen uns schon weh. Es ist eine schöne saubere Tempelanlage. Hier wurden 13 der 16 Ming-Kaiser begraben.
Nach der Besichtigung der Gräber fahren wir zu den Hutongs, den traditionellen Wohnhöfen der Chinesen in der Altstadt.

Mit einer Rikscha fahren wir durch das alte und durch das renovierte Viertel. Unser Rikschafahrer bremst das Rad mit dem Fuß, indem er auf ein Seil unter den Pedalen tritt. Unsere Fahrräder sind viel zu anspruchsvoll. Wir fahren am Ufer des Houhai Lake und des Qianhai Lake entlang, sehr viele Polstermöbel vor den Lokalen, viel Platz zum draußen sitzen und den Ruderbooten auf dem See zuzuschauen. Zu Fuß können wir dann noch durch die Geschäftsstrassen ziehen und uns ein Bild vom Alltag eines Chinesen machen. Hier sehen wir auch zum ersten Mal Elektroroller, die für nur ca. 250€ im Einkaufszentrum zu haben sind und die mittlerweile die Mopeds aus dem Straßenverkehr verdrängen. Fast lautlos, wenn das Gehupe nicht wäre, fahren sie an uns vorbei. Viele Reiche kaufen sich für viele Yuan alte Gebäude und bauen sie um, es wird viel renoviert.

Wir besuchen mit 48 Langnasen eine Familie im typischen Haus, sitzen im Garten, lassen uns erzählen, was es für Bäume, Pflanzen und Tiere hier gibt. Ein Singvogel im Käfig, wie bei so vielen Chinesen sehr beliebt. Sehr nette, liebe Leute und so geduldig, lassen sich von fremde Menschen in die Stuben und Töpfe sehen.

Eine große Markthalle ist unser nächstes Ziel. Viele Stände mit Obst und Gemüse. Rings um die Marktstände sind kleine Läden mit Fleisch oder Fisch. Alles wird offen angeboten, ohne Kühlung. Auch sehen wir einige exotische Sachen wie Hühnerfüße und Schweinenasen, die bei den Chinesen sehr beliebt sind. In der Halle hört es sich an wie in einem Bienenschwarm, hunderte Chinesen reden miteinander, übereinander und gegeneinander, preisen ihre Waren an. Für uns klingt es sehr lustig und laut. Ich kaufe ein Fladenbrot. Es ist noch sehr heiß und es schmeckt köstlich, mal was anderes. Das Abendessen ist dann nicht ganz so schlimm, wir hatten ja schon ein leckeres Brot.


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